Die Ortsteile von Schnellmannshausen

Volteroda, Hattengehau und Schrapfendorf sind Ortsteile von Schnellmannshausen, und mit der Eingemeindung 1993 auch Stadteile der Stadt Treffurt.

Volteroda

Volteroda ist ein Ortsteil von Schnellmannshausen, er wurde im 19. Jahrhundert auch als „Oberster Hof“ bezeichnet und gelangte mit der 1993 erfolgten Eingemeindung Schnellmannshausens zur Stadt Treffurt im Wartburgkreis in Thüringen.


Zur Geschichte von Volteroda

Das Schnellmannshäuser Tal zählte im Hochmittelalter zum Besitz der Herren von Treffurt, deren Herrschaftsmittelpunkt, die Burg Normannstein noch in Sichtweite liegt. Im Vierzehnten Jahrhundert wurde die Herrschaft der Treffurter gewaltsam beendet, zuvor tobte über mehrere Jahrzehnte eine blutige Familienfehde mit den Spangenberger Vettern. Die als Ganerbschaft Treffurt verwalteten Gebiete stellen nur einen Rest der zuvor bereits von den Landgrafen von Hessen und Thüringen und den erzbischöflich-mainzischen Truppen eingenommenen Orte dar. Der zur Landgrafschaft Thüringen als Entschädigung für die Kriegskosten abgetrennte Teil ging an das wettinische Amt Creuzburg und umfasst das obere Schnellmannshäuser Tal mit Volteroda, Schrapfendorf und Hattengehau sowie den halben (oberen) Teil von Schnellmannshausen. Am Ende des 14. Jahrhunderts waren mit Ausnahme von Schnellmannshausen alle Orte im Tal (zu denen auch noch die Orte Reimannshausen und Hilvershausen) gehörten, zu Wüstungengeworden. Die Neubesiedlung erfolgte zögerlich, vermutlich erst im 16. Jahrhundert. In seiner heimatkundlichen Schrift Ifta in vergangener und gegenwärtiger Zeit berichtet der Iftaer Lehrer C. L. Hesse, über Volteroda: In diesem Ort Volteroda war schon eine Pfarrkirche durch Begleiter des Heiligen Bonifatius begründet worden. Diese erste Zelle wurde später vom Kloster in Großburschla verwaltet. Der Sitz der Pfarrei wurde noch im Hochmittelalter nach Ifta verlegt. Vor der Reformation besaß der Pfarrer Peter Münzmeister in Volteroda einen Gutshof, der nach dem späteren Besitzer Hans Sachs einfach als Sachsenhof benannt wurde.

 

Die wieder entstandenen Höfe in Schrapfendorf, Hattengehau und Volteroda wurden nach Schnellmannshausen (sächsischer Teil) eingepfarrt, in der Bevölkerung wurden die alten Ortsnamen durch die relativen Angaben „Unterster Hof“ – für Schrapfendorf, „Mittelhof“ für Hattengehau und „Oberster Hof“ für Volteroda ersetzt. Volteroda erfuhr das stärkste Bevölkerungswachstum und profitierte wohl auch von seiner Nähe zur alten Heerstraße Lange Hessen.

Als Jahr der Ersterwähnung ist das Jahr 1333 anzunehmen: Der Burgfrieden von Treffurt und die Gründung der Ganerbschaft und die damit verbundene Zerteilung der Treffurter Herrschaft. Eine weitere Urkunde vom 26. Juli 1396 befindet sich im Hauptstaatsarchiv Weimar.

Im Jahr 1964 erhielt der Ort als Zeichen seiner Souveränität ein als „Gemeindeverwaltung“ bezeichnetes Haus an der Hauptstraße errichtet. Die Lebensumstände und die Bewegungsfreiheit der Volterodaer hatten sich als Folge der Deutschen Teilung zunehmend verschlechtert, der Ort lag im Grenzgebiet und konnte nur mit einem Passierschein besucht werden. Die schulpflichtigen Kinder besuchten die Grundschule in Schnellmannshausen, die Oberschule in Treffurt und das Gymnasium in Eisenach.

In der Ortsmitte befindet sich das „Feuerwehrspritzenhaus“. Die dort befindliche Wasserspritze von 1913 wird vom Feuerwehrverein Volteroda regelmäßig bei Umzügen und Feuerwehrfesten vorgeführt. Fast alle männlichen Einwohner des Ortes waren oder sind in der Volterodaer Feuerwehr engagiert, der Verein gestaltet auch das kulturelle Leben und sorgt satzungsgemäß für die Ordnung und Sicherheit im Ortsteil. Mehrfach im Jahr wird die Freiwillige Feuerwehr bei Notfällen alarmiert, meist sind es Verkehrsunfälle auf der unfallreichen Strecke der Bundesstraße 250, aber auch beim Werrahochwasseroder bei Bränden wird man zur Verstärkung gerufen.

Hattenghau

Hattengehau ist ein Ortsteil von Schnellmannshausen und gehört seit 1994 zur Stadt Treffurt im Wartburgkreis in Thüringen.


Zur Geschichte von Hattengehau

Hattengehau besteht aus drei vermutlich im 17. Jahrhundert neu errichteten Gehöften und einem nach 1990 am Ortsrand erbauten Wohnhaus. Die Kleinsiedlung liegt an der Bundesstraße 250 im Abschnitt Creuzburg– Schnellmannshausen. Etwa 500 Meter südlich befindet sich der Schnellmannshäuser Ortsteil Volteroda, 300 Meter nördlich das ebenfalls zu Schnellmannshausen gehörende Gehöft Schrapfendorf. Westlich der Bundesstraße fließt der in einem Graben eingeleitete Schnellmannshäuser Bach nach Norden zur Werra ab.

Der Ortsname Hattengehau wird als die Rodungssiedlung (Rodungsart „Gehau“) eines „Hatto“ gedeutet, mit der Besiedlung soll bereits vor 1000 begonnen worden sein. Das Schnellmannshäuser Tal zählte im Hochmittelalter zum Besitz der Herren von Treffurt, deren Herrschaftsmittelpunkt, die Burg Normannsteinnoch in Sichtweite liegt. Im 14. Jahrhundert wurde die Herrschaft der Treffurter gewaltsam beendet, zuvor tobte über mehrere Jahrzehnte eine blutige Familienfehde mit den Spangenberger Vettern. Die als Ganerbschaft Treffurt verwalteten Gebiete stellen nur einen Rest der zuvor bereits von den Landgrafen von Hessen und Thüringen und den erzbischöflich-mainzischen Truppen eingenommenen Orte dar. Der zur Landgrafschaft Thüringen (Amt Creuzburg) als Entschädigung für die Kriegskosten abgetrennte Teil umfasst das obere Schnellmannshäuser Tal mit Volteroda, Schrapfendorf und Hattengehau sowie den halben (oberen) Teil von Schnellmannshausen. Am Ende des 14. Jahrhunderts waren mit Ausnahme von Schnellmannshausen alle Orte im Tal (zu denen auch noch die Orte Reimannshausen und Hilvershausen) gehörten, zu Wüstungen geworden.

Die Neubesiedlung erfolgte zögerlich, vermutlich erst im 16. Jahrhundert. Schrapfendorf, Hattengehau und Volteroda waren nach Schnellmannshausen eingepfarrt, in der Bevölkerung wurden die Ortsnamen durch die relativen Angaben „Unterster Hof“ – für Schrapfendorf, „Mittelhof“ für Hattengehau und „Oberster Hof“ für Volteroda ersetzt.

Volteroda erfuhr das stärkste Bevölkerungswachstum und profitierte wohl auch von seiner Nähe zur alten Heerstraße Lange Hessen. Im Jahr 1786 wurde das Gehöft Hattengehau erstmals urkundlich erwähnt. Der Gedenkstein für den Scherbdaer Pfarrer Höppner erinnert indirekt an die Beschwernisse der Kleinstaaterei im 19. Jahrhundert. Wegen der noch bestehenden Landesgrenze gehörte im 19. Jahrhundert die Schnellmannshäuser Kirche zum Königreich Preußen. Volteroda, Hattengehau, Schrapfendorf und die zu Sachsen-Weimar-Eisenach gehörenden Einwohner von Schnellmannshausen mussten in Scherbda zur Kirche gehen. Pfarrer Höppner verstarb in der Nähe von Hattengehau in einem Unwetter. Von 1945 bis 1989 lag Hattengehau in Grenznähe und konnte ab 1961 nur mit einem Passierschein besucht werden. Die drei in Hattengehau wohnenden Bauern gründeten um 1960 eine eigene LPG, die jedoch bald mit der LPG in Schnellmannshausen verschmolz, auch Schrapfendorf und Volteroda wurden übernommen. 1994 wurde das Gehöft in Treffurt eingemeindet.

Schrapfendorf

Der Hof Schrapfendorf (auch „Unterster Hof“) ist ein Ortsteil von Schnellmannshausen und gehört seit 1993 zur Stadt Treffurt im Wartburgkreis in Thüringen.

Zur Geschichte von Schrapfendorf

Der Ortsteil befindet sich etwa sechs Kilometer südlich der Kernstadt Treffurt im Tal des Schnellmannshäuser Bachs.

Der Hof mit dem klangvollen Namen Schrapfendorf stammt vermutlich aus dem 12. Jahrhundert, seit 1925 ist er im Familienbesitz der Deisenroths. Alten Überlieferungen zufolge war er ein Mönchssitz, vermutlich ein zur Schnellmannshäuser Flur gehörender Wirtschaftshof im Besitz der fünf Kilometer entfernten Probstei Zella erzählte der Besitzer Hans Deisenroth in einem Zeitungsinterview. Als ein einträgliches Hobby betrieben bis vor einigen Jahren die Deisenroths im Quellteich beim Gehöft eine Karpfen- und Forellenaufzucht. Der heutige Hof Schrapfendorf befindet sich im Areal der im 14. Jahrhundert als Wüstung genannten Siedlung Schrapfendorf und gehörte im Hochmittelalter zum Gebiet der edelfreien Herren von Treffurt. An Schrapfendorf zog die von Creuzburg über Hattengehau führende Altstraße in Richtung Treffurt vorbei. Hier mündete zugleich ein aus dem Mertelstal kommender Straßenzug, der zum Gipfel des Heldrasteins aufsteigt und auch zu der im Hochmittelalter im Besitz der Treffurter Ritter gehörenden Hüneburg führt.

1640 wurde der Ortsteil erstmals urkundlich erwähnt.Er gehörte damals zum Amt Creuzburg.

Der Flurname Judengottesacker am Eingang des Mertelstals, nahe bei Schrapfendorf, erinnert an einen dort gelegenen mittelalterlichen jüdischen Friedhof.

In der Nähe von Schrapfendorf befinden sich auch 2 Wanderparklätze. Diese bieten einen Idelan Startpunkt für eine Wanderung auf den nahe gelegen Heldrastein.


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Dieser Text basiert auf dem Artikel Volteroda aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung).
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